Sehr geehrte Frau Dr. Grüne,
ich hätte da ein paar Fragen zur BEL, die mich beschäftigen, und hoffe, Sie können mir weiterhelfen.
Vielleicht vorher einmal kurz zu mir: Ich bin 32 Jahre alt und zurzeit schwanger mit unserem 2. Kind (Mädchen) in der 27 SSW. Das erste Kind (Junge) kam 2019 zur Welt und war eine BEL. Er lag auch konsequent immer in BEL bei jeder Untersuchung. Die typischen Übungen, Moxen und auch der Versuch einer äußeren Wendung sind damals leider nicht geglückt. Er hat sich zwar oft quer gelegt aber in SL wollte er nicht. Auch beim Wendungsversuch ließ er sich wunderbar quer drehen und hatte genügend Platz und Fruchtwasser, aber hat sich (im wahrsten Sinne des Wortes) mit Händen und Füßen in der QL dann gegen die Rolle in SL gewehrt.
Da kein erhöhtes Risiko dagegen vorlag, wollten wir den Versuch einer natürlichen Geburt wagen, aber als ich dann 5 Tage nach ET einen vorzeitigen Blasensprung hatte und keine Wehen kamen und er dann nochmal vermessen und schon recht groß geschätzt wurde, wurde nach erneuter Risikoabschätzung von Einleitung der Wehen zur sekundären Sectio gewächselt. Ein Grund für die BEL wurde damals nicht gefunden.
Ich weiß, dass in der 27 SSW theoretisch noch genug Zeit und nichts entschieden ist, aber da nun auch unsere Tochter scheinbar immer konsequent in BEL bisher liegt, beschäftigt mich das Thema Kindslage nun doch ziemlich und ich würde Sie gerne folgendes fragen:
-Wie wahrscheinlich ist denn eigentlich eine erneute BEL?
-Macht es Sinn jetzt schon Übungen wie die Indische Brücke zu machen, oder ist das zu dem Zeitpunkt eher kontraproduktiv?
- Falls auch dieses Kind bis zum Schluss in BEL verharren sollte, würde es in Anbetracht meiner Vorgeschichte Sinn machen, notfalls erneut eine äußere Wendung zu erwägen, oder würde es doch eher dafür sprechen, dass doch ein Grund für die BEL vorliegt?
- Kann man auch nach einer Sectio noch (wenn alles passt) erneut den Versuch einer natürlichen Geburt wagen, oder wird dann grundsätzlich eine erneute Sectio durchgeführt?
Ich hoffe diesmal wenigstens eine natürliche Geburt erleben zu können, will aber nichts auf Teufel komm raus beschwören, das evtl dem Kind schaden könnte. Bei meiner letzten SS habe ich das Thema lange sehr locker gesehen und dachte fast bist zum Schluss, dass es schon noch funktionieren wird und jetzt frage ich mich, ob das nicht doch zu naiv war und ich nicht evtl vorher doch etwas hätte tun können. Es würde natürlich auch die Klinikwahl beeinflussen.
Vielen herzlichen Dank im Voraus für Ihre Zeit und Einschätzung!